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2. Sozialistischer Salon Köln
Impression vom letzten sozialistischen Salon Köln zum Thema „Kultur und Sport“. Zu Gast waren Aktive vom Blasorchester Dicke Luft, von Syndikalistin SR Radwanderinnen sowie von Roter Stern Köln.
Der Sozialistische Salon in Köln hat den Charakter eines Stammtisches mit einem umfangreichen Vorprogramm. Nach einer Vorstellungsrunde präsentieren sich die jeweils eingeladenen selbstorganisierten zivilgesellschaftlichen Vereine und stellen sich den Fragen des Publikums. Im Anschluss bilden sich meist kleinere Gruppen und die Leute diskutieren anhand ihrer Interessen weiter miteinander.
Mit insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern jeder Altersgruppe von circa 18 bis 80 Jahren und recht unterschiedlichen Erfahrungshintergrund war dieser Salon sehr bunt besucht.
Li und Anita machten als Gründungsmitglieder von Kölns einzigwahremBlasorchester Dicke Luft den Anfang. Beide waren bereits vor 46 Jahren beim allerersten Auftritt in der damals besetzten ehemaligen Schokoladenfabrik Stollwerk mit dabei.
Das Blasorchester hatte sich im Zuge der Blasmusikbewegung der 70er Jahre gegründet und war mit ähnlichen Projekten in anderen Städten im Austausch – Bspw. die Roten Noten aus Hamburg und das linksradikale Blasorchester aus Frankfurt a.M.. bei dieser Vernetzung wurden vor allem Noten getauscht, da diese wenig verfügbar waren oder gar selbst erstellt werden mussten. Noch heute musizieren gut zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker gemeinsam, jetzt öfter in geschlossenen Räumen als auf der Straße – da das im Marsch musizieren für viele Mitglieder mittlerweile zu viel ist. Am 05.04.25 spielen sie ein Konzert im Loft in Köln.
Eine signifikante Verjüngung ihrer Truppe ist Ihnen nicht gelungen. Es ist eine stabile Gruppe, aber die Plätze im Orchester sind belegt und werden nur bei Abgängen neu besetzt. Auch ist mittlerweile zum Einstieg ein höheres Niveau erforderlich als noch zur Gründungszeit. Zuletzt haben sie ihrem „Chaoshaufen“ die Organisationsform eines Vereins gegeben. Das Blasorchester dicke Luft ist ein gemeinnütziger Verein, da er sich um den Erhalt und die Förderung der Blasmusik bemüht, diese Form wurde vor allem aus finanziellen Gründen angestrebt. Diese Vereinsstruktur hat zu einem gewissen Bürokratismus geführt und zu der Haltung, dass die gewählten Funktionsträger es schon machen werden. Zuvor war klar, dass jede und jeder für alles zuständig ist.
Im Anschluss hat Rudi von den Schwarzroten Rad-WanderInnen NRW seine Organisation vorgestellt. Zentral ist der Bezug zum Anarchosyndikalismus der FAU. Die RadWanderInnen hatten sich während der Zeit der Corona Restriktionen gegründet. Ziel war es dem social distancing und der damit einhergehenden Vereinzelung etwas entgegen zu setzen. So wurde die Aktivität des Wanderns und Radelns gewählt, weil dort Kontakt im Freien möglich wurde. Bei den Touren sind zwischen fünf bis fünfzehn Leuten dabei und sie sind für alle interessierten offen. Organisiert werden diese durch eine Kerngruppe von drei Leuten, die sich nahezu wöchentlich trifft. Da Vereinsstrukturen die Tendenz haben eine Dienstleistungshaltung bei neuen Mitgliedern herauszubilden, wird auf eine solche verzichtet.
Die Touren sind immer mit einem politisch-kulturellen Ziel verbunden – so werden bspw. die historischen Orte der März Revolution besucht und dort werden Vorträge von Rudi u.A. gehalten. Bei den Kosten, zum Beispiel für Museumseintritte, werden diese entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der Teilnehmer umgelegt. Streckenlänge und Schwierigkeitsgrad sollen sich an den körperlich schwächsten ausrichten. Einige spielen auch zusammen Fußball, wobei es nicht ums gewinnen, sondern um Spaß am Spiel geht. Konkurrenz soll vermieden werden.
Als letzte Organisation stellte Sergen den Sport- und Kulturverein Roter Stern Köln vor. Der Verein wurde im Mai 2023 gegründet. Der Verein sei eine „Karnevalsidee“ gewesen. Die Gründer waren frustriert mit der Art der Arbeit und des Umganges in linken Organisationen. Die Organisationen drehten sich nur um sich selbst und die geführten Debatten seien ohne Nutzen für den Alltag. Um diese Frustration produktiv zu wenden, kamen sie auf die Idee des Aufbaus eines Kultur- und Sportvereins. Der Verein soll der Vereinzelung in der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Er soll Menschen zusammenbringen und sie anhand ihrer Interessen organisieren. Das Fehlen Sozialer Organisierung sei letztlich auch der Grund für den Rechtsruck in der Gesellschaft.
Inzwischen hat der Verein 160 aktive Mitglieder, welche in unterschiedlichsten Disziplinen aktiv sind. Das geht von Tischtennis, über Calisthenics, bis zum Fußball. Auch Yoga, Häkeln / Stricken und ein Lesekreis zu pol. Literatur werden angeboten. Alleine beim Volleyball gibt es 4 verschiedene Leistungsstufen. Die Aktivitäten werden von den Mitgliedern selbst initiiert und organisiert. „Wenn was nicht klappt, dann klappt es halt beim nächsten Mal“. Koordiniert wird der Verein über ein System von Delegierten, zwei aus jeder Untergruppe, welche zusammen eine Ratsstruktur bilden. Es gibt keine Posten und keine bezahlten Mitarbeiter. Es scheint kein Problem zu geben, Aktive zu finden welche Orga-Aufgabe übernehmen. Ca. 15 bis 20 Prozent der Mitglieder bringt Erfahrung aus politischen Organisationen mit und ein, der Rest möchte eine „gute Zeit und mehr Angebote“. Wichtig sei der Zusammenhalt untereinander, was sich insbesondere bei Auswärtsspielen zeigt, wo die Mannschaften von einer Truppe aus Freunden und Angehörigen begleitet werden. Jeden 11. des Monats gibt es einen Stammtisch, welcher auch zur Koordinierung der verschiedenen Aktivitäten dient.
Das Ganze sei ein Selbstläufer, es werde kaum Werbung betrieben. Neuzugänge kommen oft über Mundpropaganda hinzu. Dies sei vor allem auf das respektvolle und praktisch solidarische Miteinander zurückzuführen, welches sie als Vereinskultur pflegen und dass das eigentlich „politische“ des Vereins bildet. Aktuell wird im Vorstand jedoch diskutiert in wie weit der Verein sich politisch äußern soll oder nicht, was Sergen selbst eher skeptisch sieht. Den Aufruf zur Demo gegen die Kürzungen der Mittel für die KommunaleInfrastruktur, vor ein paar Monaten, haben sie allerdings unterstützt, weil sie als Verein direkt betroffen sind, wenn bspw. Hallen plötzlich wegfallen – hier haben sie aktiv die Kooperation mit anderen Vereinen gesucht. Durch die Eintragung als Verein kann der Rote Stern die kommunale Infrastruktur nutzen – also Hallen und Sportanlagen. Der Verein kooperiert eng mit den Naturfreunden und nutzt auch deren Häuser. Aktuell werden Gelder für die Trainerausbildung im Volleyball beantragt, die staatlich bezuschusst wird. Das Sommerfest wurde mit 1000.- Euro von der Stadt bezuschusst.
Als letzte Organisation stellte Sergen den Sport- und Kulturverein Roter Stern Köln vor. Der Verein wurde im Mai 2023 gegründet. Der Verein sei eine „Karnevalsidee“ gewesen. Die Gründer waren frustriert mit der Art der Arbeit und des Umganges in linken Organisationen. Die Organisationen drehten sich nur um sich selbst und die geführten Debatten seien ohne Nutzen für den Alltag. Um diese Frustration produktiv zu wenden, kamen sie auf die Idee des Aufbaus eines Kultur- und Sportvereins. Der Verein soll der Vereinzelung in der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Er soll Menschen zusammenbringen und sie anhand ihrer Interessen organisieren. Das Fehlen Sozialer Organisierung sei letztlich auch der Grund für den Rechtsruck in der Gesellschaft
Inzwischen hat der Verein 160 aktive Mitglieder, welche in unterschiedlichsten Disziplinen aktiv sind. Das geht von Tischtennis, über Calisthenics, bis zum Fußball. Auch Yoga, Häkeln / Stricken und ein Lesekreis zu pol. Literatur werden angeboten. Alleine beim Volleyball gibt es 4 verschiedene Leistungsstufen. Die Aktivitäten werden von den Mitgliedern selbst initiiert und organisiert. „Wenn was nicht klappt, dann klappt es halt beim nächsten Mal“. Koordiniert wird der Verein über ein System von Delegierten, zwei aus jeder Untergruppe, welche zusammen eine Ratsstruktur bilden. Es gibt keine Posten und keine bezahlten Mitarbeiter. Es scheint kein Problem zu geben, Aktive zu finden welche Orga-Aufgabe übernehmen. Ca. 15 bis 20 Prozent der Mitglieder bringt Erfahrung aus politischen Organisationen mit und ein, der Rest möchte eine „gute Zeit und mehr Angebote“. Wichtig sei der Zusammenhalt untereinander, was sich insbesondere bei Auswärtsspielen zeigt, wo die Mannschaften von einer Truppe aus Freunden und Angehörigen begleitet werden. Jeden 11. des Monats gibt es einen Stammtisch, welcher auch zur Koordinierung der verschiedenen Aktivitäten dient.
Wir bedanken uns bei allen Besuchern für den schönen Abend!
Hans-Achim und Tobias für den sozialistischen Salon Köln
