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1. Sozialistischer Salon Köln
Am 08.10.2024 fand der erste Sozialistische Salon Kölns statt. Hier einige Eindrücke.
Zu Gast: Aktivisten der lokalen „Recht auf Stadt“-Initiative sowie der Mietergewerkschaft Deutschland.
Kürzlich veranstalteten wir den ersten Sozialistische Salon Kölns. Hier diskutierten wir darüber, wie wir effektiv gegen die zunehmende Wohnungskrise vorgehen können.
Die Initiative Recht auf Stadt stellte ihre aktuellen Projekte vor. Derzeit beschäftigen sie sich mit zwei großen Bauflächen, die seit Jahren ohne Fortschritte von einem Investor zum nächsten weitergereicht werden. Um die Öffentlichkeit auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und die Stadt Köln zum Handeln zu bewegen, organisierten die Aktivisten eine satirische Baggersee-Eröffnung an den Baustellen, wodurch die Problematik an der Deutz-Mülheimer Straße erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde.
In der Weyerstraße 49 setzten sie eine ähnliche Aktion um. Mit Plakaten an der Fassade weisen sie dort auf ein seit Jahren in bester Lage leerstehendes Haus hin. Lokal stellen sich die Aktivisten gegen Räumungen und vernetzen sich mit anderen Gruppen im Bündnis gegen Wohnungslosigkeit. Zudem sammeln sie kontinuierlich Daten zur Wohnungssituation in Köln und kooperieren bundesweit mit Initiativen, Gewerkschaften und Vereinen im Bündnis Mietenstopp.
Im Anschluß stellte sich die Mietergewerkschaft Deutschland vor. Die MG appeliert nicht an die Politik, sondern fördert die Selbstorganisation von Mietern. Deshalb initiieren sie regelmäßig Mieter-versammlungen, um gemeinsam klare Ziele für Wohnhäuser oder Siedlungen festzulegen.
Aktuell stehen die Umlage von Modernisierungskosten und willkürliche Nebenkostenabrechnungen im Mittelpunkt ihrer Gespräche mit Mietern. Sie besprechen alle Maßnahmen eng mit den Mietergemeinschaften und setzen diese gemeinsam um. Kollektive Aktionen fungieren als „Hebel im Machtkampf“ mit Vermietern und führen oft schnell zu neuer Gesprächsbereitschaft.
In ihrer kurzen Bestehenszeit hat die MG bereits beeindruckende Erfolge erzielt und verzeichnet ein rasantes Wachstum an Mitgliedern, was jedoch auch unerwartete Probleme mit sich bringt. So müssen teilweise Anfragen von Mietergemeinschaften abgelehnt werden, um die bereits begonnene Arbeit verantwortungsvoll fortführen zu können.
Deshalb konzentriert sich die MG derzeit darauf, Vertrauensleute für die einzelnen Siedlungen auszubilden. Sie möchte nicht einfach „zum nächsten Dienstleister“ werden, sondern die Mieter dazu befähigen, selbst aktiv zu werden.
Abschließend diskutierten wir die vorgestellten Ansätze und beschlossen, alle Kräfte zu bündeln, um der sich verschärfenden Wohnungskrise entschlossen entgegenzutreten.
